Michael Nesler, am Freitag, dem 16. März allein vom Rifugio Paolina am Passo Costalunga gestartet, hat erfolgreich einen Flug (FAI-Dreieck 87 km) absolviert, der nie zuvor versucht worden war. Nachstehend die detaillierte Chronik des Flugs.
Der Start erfolgte am Passo Costalunga mit einem Schirm Wings of Change Predator in Größe M, einem Schirm, der in Standardkonfiguration als DHV 2/3 eingestuft ist. Nach dem Start gewinnt Michael unter der Parete Rossa Höhe und erreicht 3050 m Höhe. Unzureichende Höhe, um das Val di Fassa zu überqueren, also fährt er zum Catenaccio fort, passiert 50 Meter unter dem Gipfel ohne die geringste Spur von Thermik zu finden, dann überquert er den Gipfel des Gesellenspitz im Tal von Tires und dort findet er endlich eine Thermik bis 3100 m.
Nach einer Runde über den Gipfeln des Scillar passiert er wieder die Vajolet-Türme und dort macht er ein paar Fotos, dann kehrt er zur Parete Rossa zurück, wo er endlich Höhe gewinnt und bis 3200 m steigt, diesmal genug, um ins Val di Fassa hinüberzuwechseln. Von dort zielt er direkt auf den Passo S. Pellegrino, macht ein paar Runden im Tal, um 350 m zurückzugewinnen. Auf der anderen Seite des Val di Fassa angekommen, folgt er dann dem Grat, der direkt zur Marmolada führt. Noch ein paar Runden in einer Thermik und er ist auf 3200 m. Kurz vor dem Gipfel der Marmolada bringt ihn eine großzügige Thermik auf 3700 m und mit dieser Höhe überfliegt er den Gipfel der Marmolada. Er erreicht das Ende der Südwand, macht ein paar Fotos und kehrt zum Passo S. Pellegrino zurück, indem er dieselben Aufwinde nutzt, die er auf dem Hinweg gefunden hatte. Dann tief an der Cima 12 angekommen, landete er nahe dem Passo Costalunga.
Ein außergewöhnlicher Flug, wenn man bedenkt, dass: maximale Höhe 3704 m bei -11°, minimale Höhe 2100 m. Auf dem Rückweg kam er so tief über den Grat der Cima 12, dass er bereits in den Talwind von etwa 40 km/h eingedrungen war und daher dicht am Grat geklebt mit gezogenem Beschleuniger in Richtung Predazzo vorrücken musste, um den Grat zu erreichen, wo der Wind frontal kommt, dann dynamisch von 2100 m auf 2700 m und wieder in einer Thermik bis 3650 m. Höhe genug, um im Gleitflug genau am Passo Costalunga anzukommen. Weitere bemerkenswerte Fakten: mittelhohe, wenn auch nicht prohibitive Turbulenz, tödliche Kälte und ein absolutes Verbot, im Val di Fassa „außenzulanden“, denn wenn man in den Talwind gerät, ist das Ärger. Wenn man bedenkt, dass 50% des Flugs mit Gegenwind absolviert wurden, versteht man leicht die auf der Strecke bewältigten Schwierigkeiten.
Herzlichen Glückwunsch an Michael Nesler, der uns einmal mehr seine unbestreitbaren Qualitäten als großer Pilot bewiesen hat.
